Objekt des Monats
und andere interessante Beiträge aus dem Blog
Objekt des Monats September 2026 ‒ Schmelztiegel

Im September 1994 wurden bei Abriss- und Bauarbeiten in der Zellaer Kirchstraße dutzende an Fliegerbomben erinnernde zylindrische Hohlkörper gefunden. Die Herkunft und der ehemalige Verwendungszweck dieser Hohlkörper waren zunächst rätselhaft. Wie aber gleich vermutet wurde, haben diese Zylinder etwas mit einer Gießerei zu tun. Schließlich wurden einige unbeschädigte Exemplare in das damalige Heimatmuseum verbracht und fanden endlich 2002 in der neu gestalteten Ausstellung zur Geschichte der Eisengewinnung und -verarbeitung im heutigen Stadtmuseum Beschußanstalt als wichtiger Sachzeuge zur Industriegeschichte unserer Stadt ihren Platz.
Objekt des Monats August 2026 ‒ Gäulskopf

Heuer hat uns der Juni die bisher heißesten Tage des Jahres beschert. Früher war das gefühlt dem Juli und August vorbehalten. Ohne Sonnenschutz auf dem Kopf fast nicht auszuhalten. Während heute Basecaps und Fischerhüte das Bild prägen, fanden bis um 1900 der Gäulskopf und seine Verwandte, die Erntehaube, als Kopfbedeckung für die Frau Verwendung. Ein Pferdekopf als Sonnenschutz? Ja, ein Teil unserer örtlichen Tracht hat diesen lustigen Namen und schützte in schlichter Form bei der Feldarbeit seine Trägerin, wurde aber auch aufwendig verziert als schmückender Kopfputz zur Festtagstracht getragen.
Objekt des Monats Juli 2026 ‒ Schützenpokal

Die derzeitige Sonderausstellung zum 500-jährigen Jubiläum des Schützenwesens in Zella-Mehlis im Stadtmuseum Beschußanstalt wird von den Besuchern gut angenommen und wir haben schon diverse Neuzugänge zum Thema Schützenwesen in Form von Schenkungen erhalten. Einen besonderen Gegenstand, der sich hervorragend als Objekt des Monats eignet, wollen wir im Folgenden näher vorstellen. Es handelt sich um einen sogenannten Römer aus braun-grünem Glas, welches an Waldglas erinnert. Die auf einem Wickel-Fuß sitzende Kuppa, so die fachliche Bezeichnung für die obere Schale eines Trinkgefäßes, ist bemalt und mit einem Goldrand versehen.
Objekt des Monats Juni 2026 ‒ Flaschenverkorker

Auf den ersten Blick wirken sie wie kleine lustige Männlein, unsere Objekte des Monats Juni. Es handelt sich um zwei Flaschenverkorker aus dem Heimatmuseum Benshausen. Sicherlich erinnern sich noch einige an diese Gerätschaften im großelterlichen Zuhause und möglicherweise werden sie noch heute benutzt?
Objekt des Monats Mai 2026 ‒ Schützenkette

Zella-Mehlis verfügt über eine jahrhundertelange Tradition in der Waffenherstellung, die insbesondere durch die Produktion von Handfeuerwaffen geprägt ist. Der Reichtum an Eisenerz, Holz und Wasserkraft sowie das handwerkliche Können der Bevölkerung führten früh zu einer blühenden Büchsenschmiedekunst. Bereits im Dreißigjährigen Krieg wurde der Raum um Suhl, Mehlis und Zella St. Blasii als „Rüstkammer Europas“ bezeichnet. Parallel zur Entwicklung der Waffenproduktion erfolgte auch eine Weiterentwicklung des Schützenwesens, das in diesem Jahr auf eine 500-jährige Tradition zurückblicken kann. Ein besonders eng damit verbundenes und symbolträchtiges Objekt ist eine im Museumsbestand erhaltengebliebene Schützenkette als äußeres Zeichen der Schützenkönige.
Objekt des Monats April 2026 ‒ Griffeladdierer „TRICK“

Am ersten April ist Welttaschenrechnertag. Hat Zella-Mehlis da auch etwas zu bieten? Selbstverständlich! Denn hier wurden nicht nur kleinere und größere Tischrechenmaschinen produziert, sondern auch sehr handliche Stücke wie der Griffeladdierer „TRICK“ der Mercedes Büromaschinen G. m. b. H.
Glossar
Beschußanstalt
Zur Regulierung des Beschusswesens wurden in Deutschland mit dem Gesetz vom 19. Mai 1891 Beschussprüfungen für alle zivilen Feuerwaffen vorgeschrieben. Die vorgesehenen Prüfmarken wurden per Verordnung vorgeschrieben. Die Prüfstellen wurden auf Anordnung der Landesregierungen zum 1. April 1893 eingerichtet. Es waren zuerst drei Beschussanstalten in Suhl, Zella-Mehlis und Oberndorf am Neckar, die später zu Beschussämtern wurden. Im Jahr 1905 gab es weitere Prüfstellen in Frankfurt an der Oder, Sömmerda, München und in Germersheim.
















