Resümee des Int. Museumstages 2026

Das diesjährige Motto des International Council of Museums (ICOM) lautete: „Museums uniting a divided world“ – Museen vereinen eine gespaltene Welt. Aktueller könnte ein Motto in der heutigen Zeit kaum sein.
Die Städtischen Museen Zella-Mehlis beteiligten sich auch in diesem Jahr wieder mit einem bunten Programm am Internationalen Museumstag.
Interessierte Besucher konnten alle drei Museen – das Stadtmuseum Beschußanstalt, das Technikmuseum Gesenkschmiede und das Heimatmuseum Benshausen bei freiem Eintritt besuchen.
Die Resonanz war in allen Museen durchweg positiv, genau wie in den zurückliegenden Jahren. Besonders die Einheimischen nutzen diesen Tag mit seinen besonderen Angeboten immer wieder gerne und strömen in großer Zahl an die Museen. Dieses Jahr waren es in allen drei Museen zusammen genommen gute 400 Besucher, die das vielfältige Programm in Anspruch nahmen.
Die meisten Gäste besichtigten erst einmal die Dauerausstellungen mit dem umfassenden Überblick über die Geschichte von Zella-Mehlis und der Region. Von der Entstehung der Stadt über die Entwicklung der Industrie bis hin zur Volkskunde bietet das Stadtmuseum Beschußanstalt viel Stoff zum Staunen und Erinnern. Das Technikmuseum Gesenkschmiede hingegen wartet mit beeindruckenden Maschinen, wie riesige Brettfallhämmer auf, die am Museumstag sogar teilweise in Gang gesetzt und vorgeführt wurden. Außerdem konnte man dort den Film „Zella-Mehlis – Historisch gewachsene Wirtschaftskraft“ anschauen, welcher in sehr anschaulicher Weise einen Gesamtüberblick über die Industrie- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt gibt.
Und im Heimatmuseum Benshausen hatten die Besucher die Gelegenheit mit der seit vorigem Jahr neuen Mitarbeiterin im Haus Simone Perkounig ins Gespräch um die Geschichte und die Geschichten des Weinhändlerortes zu kommen. Außerdem war auch die Sonderausstellung zu „Daniel Elster – Musikprofessor aus Benshausen“ zugänglich.
In allen drei Museen gab es die Möglichkeit für die jüngeren Besucher gemeinsam mit dem jeweiligen Maskottchen Burni, Winja oder dem Schmiedehannes eine Rallye durch die Ausstellungen zu unternehmen. Die beteiligten Familien hatten eine Menge Spaß, was sich in unseren Gästebüchern und natürlich im Gespräch mit den Mitarbeitern der Museen widerspiegelte. Im Heimatmuseum Benshausen konnte die Rallye erstmals probemäßig absolviert werden mit sehr guter Resonanz. Maskottchen Winja bedankt sich nochmals recht herzlich für die Teilnahme daran und hofft auch für die Zukunft auf viele kleine Entdecker, die mit ihr das Heimatmuseum erkunden wollen.
Im Stadtmuseum Beschußanstalt nahm eine Gruppe von gut 10 Personen das seltene Angebot einer Führung hinter die Kulissen des Museums in Anspruch. Nur zweimal im Jahr – zum Internationalen Museumstag im Mai und zum Stadtfestwochenende im September gibt es die Möglichkeit, den Museumsbetrieb abseits der Dauerausstellung kennenzulernen. Was machen die Mitarbeiter eigentlich, wenn gerade keine Besucher im Museum sind? Was gibt es noch alles an Objekten im Museumsbestand, die aus verschiedensten Gründen nicht in den Ausstellungen gezeigt werden? Wie werden Sonderausstellungen konzipiert, wer kümmert sich wie um die Öffentlichkeitsarbeit, Anfragen, Recherchen, Sammlungspflege etc.? Diese und viele weitere Fragen werden bei den Magazinführungen geklärt. Auch an diesem Museums-Sonntag waren die Teilnehmer begeistert und kamen aus dem Staunen und Schauen gar nicht mehr heraus. Ein Museum ist eben soviel mehr als die Ausstellungen, die man sieht. Hier wird Geschichte bewahrt und begreifbar gemacht und vor allem für nachfolgende Generationen lebendig gehalten.
Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war die Eröffnung der Sonderausstellung zu 500 Jahre Schützenwesen in Zella-Mehlis im Stadtmuseum Beschußanstalt.
Böllerschüsse durch Mitglieder des Schützenvereins machten den Beginn der Veranstaltung weithin hörbar. Im Anschluss würdigte Torsten Widder, Bürgermeister der Stadt Zella-Mehlis, die Mitwirkenden an der Ausstellung mit einer kurzen Rede im Stadtmuseum, um anschließend dem Leiter der Museen, Lothar Schreier, das Wort und die offizielle Eröffnung der Sonderausstellung zu überlassen. Die interessierten Besucher strömten in großer Zahl in die Ausstellung und ließen die Texte und Exponate auf sich wirken. Die Ausstellung bietet einen gelungenen Überblick über die Geschichte des Schützenwesens der Stadt und macht auch deutlich, wie wichtig Vereinsarbeit und Ehrenamt für die Gemeinschaft und die Bewahrung von Kultur sind. Damit fügt sich diese Ausstellung fließend in das Gesamtkonzept Museum ein.
Bis September kann die Sonderausstellung nun zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Stadtmuseums besichtigt werden.
Bei der ganzen Kultur und dem Wissensinput durfte natürlich die kulinarische Versorgung nicht zu kurz kommen. Diese war in allen drei Museen bestens gegeben.
Der Geschichts- und Museumsverein bot in bewährter Weise Bratwürste, Kuchen, Kaffee und Kaltgetränke am Stadtmuseum Beschußanstalt und am Technikmuseum Gesenkschmiede an. Die Kuchenauswahl war in diesem Jahr riesig, man konnte sich kaum entscheiden.
Für die Kleinen gab es Spaßstationen im Außenbereich, wie die Süßkramkanone oder Büchsenwerfen und auch der Museumsflohmarkt im Keller des Stadtmuseums war erneut ein Besuchermagnet. Auf dem Weg zu Kaffee und Kuchen verweilten etliche Besucher erst einmal stöbernd an den bunten Tischen mit jeder Menge Keramik, Schmuck, praktischen Haushaltshilfen, Deko etc. An beiden Museen nutzten die Gäste das warme Wetter, um sich die in den Ausstellungen müde gelaufenen Beine in den gemütlichen Sitzgelegenheiten auszuruhen und dabei mit lange nicht gesehenen Bekannten ein bisschen zu knatschen.
Im großen Weinkeller des Vierseithofs in Benshausen wurde ebenfalls Kaffee und Kuchen angeboten, dessen Verkaufserlös einem Kinderhospiz zugute kommen wird. Vielen Dank dafür!
Der diesjährige Internationale Museumstag in den Zella-Mehliser Museen hat gezeigt, wie die Verbindung aus Kultur und Gemeinschaft Brücken zwischen Menschen schaffen kann. Einerseits steht die Bewahrung der Geschichte und die Vermittlung der Bedeutung der Geschichte und ihrer Bewahrung im Mittelpunkt eines solchen Tages. Aber auch das Zusammenfinden der Besucher bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst, das gemeinsame Genießen der Sonnenstrahlen und der Austausch des neuesten „Klatsch und Tratsch“ auf der Bierbank hinter den Häusern macht einen solchen Tag aus.
An diesem Museums-Sonntag kamen viele verschiedene Menschen aus kulturellem Anlass zusammen und erlebten gemeinsam einen spannenden, unterhaltsamen und einprägsamen Tag ohne Konflikte, aber mit vielen neuen Erkenntnissen – genau das wollte das Motto der ICOM „Museen vereinen eine gespaltene Welt“ aufzeigen.
Die Museen der Stadt Zella-Mehlis bieten immer eine Plattform zum gemeinsamen Austausch, zum lebenslangen Lernen und Erinnern, zum Mitgestalten. Wir freuen uns jeden Tag auf interessierte Besucher, die mehr über die Geschichte des Ortes und seiner Umgebung und die Arbeit von Museen erfahren wollen, auch wenn es an den meisten Tagen im Jahr keinen Kaffee und Kuchen dazu gibt.











