Buchvorstellung im Stadtmuseum: 500 Jahre Schützenwesen in Zella-Mehlis

Zella-Mehlis ist neben Suhl seit Jahrhunderten für seine bedeutende Waffenherstellung bekannt. Der Reichtum an Eisenerz, Holz und Wasserkraft sowie das handwerkliche Können der Bevölkerung führten früh zu einer blühenden Büchsenschmiedekunst. Bereits im Dreißigjährigen Krieg galt der Raum um Suhl, Mehlis und Zella St. Blasii als „Rüstkammer Europas“. Mit der Waffenproduktion entwickelte sich auch das Schützenwesen.
Ursprünglich diente das Schießen dem „Probieren“ der hergestellten Waffen, wurde jedoch schnell Bestandteil der Verteidigung von Stadt und Land. Schützenordnungen regelten Organisation, Übungen und Aufgaben der Schützengesellschaften.
Im 19. Jahrhundert führten politische Veränderungen und der Wunsch nach nationaler Einheit zu einer Neuordnung des Schützenwesens. 1861 wurde in Gotha der Deutsche Schützenbund (DSB) gegründet. Der aus Zella-Mehlis stammende Albert Sterzing spielte bei dieser Entwicklung eine bedeutende Rolle.
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Teilung Deutschlands auch zur Spaltung des Schützenwesens. In der Bundesrepublik wurde der Deutsche Schützenbund neu gegründet und das Vereinsleben konnte sich frei entwickeln. In der DDR dagegen wurden Schützenvereine verboten und enteignet, da sie als militaristisch galten. Schießsport war nur noch in staatlich organisierten Verbänden wie der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), „Vorwärts“ oder „Dynamo“ möglich.
Erst mit der politischen Wende konnten wieder freie Schützenvereine gegründet werden. Ehemalige Mitglieder, interessierte Bürger und Sportler aus DDR-Organisationen beteiligten sich am Neuaufbau. Heute lebt der Schießsport wieder auf, wenn auch nicht in seiner früheren Größe.
Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums hat der Verein Schützenvereinigung-Schützenklub Zella-Mehlis 1991 e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein umfangreiches Programm vorbereitet, um das Jubiläum würdevoll zu begehen. Am 17. Mai wurde dazu als Auftakt eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Beschussanstalt eröffnet.
Aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums hat der Verein Schützenvereinigung-Schützenklub Zella-Mehlis 1991 e. V. eine Festschrift publiziert, die einen Überblick über die Entwicklung des Schützenwesens des letzten halben Jahrtausends geben soll. Unter der Leitung des Schatzmeisters Alf Treumann ist ein ansehnliches Druckwerk entstanden. Am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, findet um 18.00 Uhr im Stadtmuseum Beschußanstalt eine Buchlesung mit dem Autor Alf Treumann statt. Der Eintritt ist frei.









